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STAND UP PADDLING: BESSER ALS JEDES FITNESS-ABO UND DIE TOTALE ERFÜLLUNG

Was für ein Erlebnis: Stand Up Paddling auf dem Zürichsee. Alain Yves Gozzer in Action.

Schon seit Jahren spiele ich mit dem Gedanken, mich mal auf ein Stand Up Paddle (kurz SUP) zu begeben. Diesen Sommer packte ich die Chance beim Schopf und machte mich auf, diese Sportart zu erkunden. Da ich immer wieder Leute sah, die nicht wirklich ästhetisch auf diesem Brett stehen, entschloss ich mich, erst mal einen Kurs zu besuchen. Das empfehle ich im Übrigen allen, die dasselbe Abenteuer wagen wollen. Allein am Zürichsee wimmelt es nur so von Angeboten. Ich entschied mich für die Aloha Surf Schule in Thalwil und war bei Mario und seinem Team von Anfang an in sehr guten Händen. Dort erhielt ich nicht nur wertvolle Informationen zum Material, zur theoretischen und praktischen Anwendung und Pflege, sondern auch zum Thema Sicherheit und allgemeine Regeln. Bereits nach zwei rund 60 minütigen Privat-Lektionen, fühlte ich mich im Stande, meine Technik in Eigenregie zu perfektionieren.

 

Nun, das Mieten des Materials geht mit der Zeit ganz schön ans Portemonnaie. Deshalb machte ich mich auf, ein eigenes Paddle zu kaufen. Schnell fand ich heraus, dass sich in Wädenswil der Sitz eines spannenden Schweizer Anbieters befindet. Indiana bietet ein breites und qualitätsorientiertes Angebot an SUPs. Ich war auch dort sogleich in guten Händen und durfte diverse Varianten testen. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen "hard boards" und "inflatable boards". Aus logistischen und platztechnischen Gründen fiel meine Wahl auf ein aufblasbares SUP. Da ich meinen Sohn oder unseren Familienhund gerne mal mitnehmen möchte, kaufte ich mir das 11'6 Family Pack à CHF 990. Dies ist übrigens auch der Kassensturz Testsieger aus dem Jahr 2017. Das Schöne dabei ist, dass eigentlich alles dabei ist, was es für den Start braucht. Ein leichtes und höhenverstellbares Paddle, eine Pumpe, ein Reparaturset sowie ein praktischer Bag, in dem sich alles bequem transportieren lässt. Tja, knapp CHF 1'000 klingt nach viel, allerdings lohnt es sich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und ein qualitativ gutes Equipment zu kaufen. Allzu schnell kommt sonst die Enttäuschung, wenn das Brett plötzlich Luft lässt oder das Paddle nach dem Sturz in den See plötzlich sinkt, weil es zu schwer ist. Meine Recherchen haben ferner ergeben, dass man ab CHF 800 gute SUPs bekommt. Ganz neu kann man übrigens im Strandbad Rietliau zwischen Au und Wädenswil Indiana SUPs mieten und testen!

 

So machte ich mich also bald ganz alleine auf den Zürichsee und mit jeder Minute und den Anweisungen von Mario im Ohr perfektionierte ich meine Technik und kam immer mehr im Flow. Was heisst denn jede Minute, wenn die Zeit auf dem SUP wie im Flug vergeht? Gut und gerne vergingen bei meinen ersten Versuchen gleich drei Stunden! Besonders schön und aufgrund des noch nicht vorhandenen Wellengangs auch massiv einfacher, sind übrigens die frühen Morgenstunden. Ein besonderes Highlight ist es, bereits um 6 Uhr morgens auf dem SUP zu stehen und dem Sonnenaufgang entgegen zu paddeln! Brutal ist dabei jeweils nur die Pumperei vor dem Loslegen. Der positive Nebeneffekt: man kommt dabei schon ganz schön ins Schwitzen und ist bereits bestens aufgewärmt. 

 

Nach wenigen Übungstagen schaffe ich es bereits ohne spektakuläre Stürze in den See zu paddeln. Keine Angst davor bitte, denn ein oder mehrmals richtig vom Paddle gefallen, bringt nicht nur eine willkommene Abkühlung, sondern auch immer mehr Sicherheit. Wichtig ist es hier, beim Üben genug Seetiefe zu haben, damit man sich beim Reinfallen nicht verletzt. Für alle Ladies, bei denen immer alles "sexy" ausschauen sollte: es gibt keinen eleganten Weg, um nach dem Sturz ins Nass wieder auf das Bord zu steigen. Dies erklärte mir meine Instruktorin bereits bei meiner ersten Lektion.

 

Ich mache mich weiter auf, mein SUP zu entdecken und stelle fest, dass es sich darauf auch wunderbar meditieren lässt. Gar Yoga (zumindest gewisse Übungen) funktioniert wunderbar. Immer mehr steigt die Freude über meine neue Errungenschaft. Positive Nebeneffekte inklusive! Ich verliere an Gewicht, merke wie ich insbesondere an den Oberarmen und am Bauch Muskeln zulege und mich dabei erst noch über einen schönen Teint erfreuen darf.

 

Je mehr ich meine Technik perfektioniere, desto mehr funktioniert der ganze Ablauf und auch die Atmung. Ja, diese Sportart erfolgt draussen an bester Luft! Offenbar übrigens auch das ganze Jahr über - das einzige, was dazu in den kühleren Jahreszeiten benötigt wird, ist ein Neopren-Anzug!

 

Schön am Inflatable Paddle ist auch, dass man es überall mitnehmen kann. Nach dem Zürichsee paddelte ich auch bereits auf den Bergseen von Arosa oder auf dem Lago di Lugano. Meine Begeisterung für diese Sportart kennt keine Grenzen und ich kann sie allen wärmstens weiter empfehlen. Ach ja, warum ich zu dieser Headline kam? Das Fitness-Abo kostet schnell auch mal CHF 1'000, ist aber nicht nachhaltig und meistens auf ein Jahr begrenzt, während dem das SUP über Jahre Freude bereiten kann. Trainiert wird in der freien Natur auf dem Wasser und nicht irgendwo in einem stickigen Fitness-Center. Last but not least, trainiert man seinen Körper auf eine sanfte Art und Weise. Der Bewegungsablauf auf dem SUP ist äusserst natürlich und geht einher mit einer gesunden und tief gehenden Atmung. Fazit: Unbedingt ausprobieren und einfach nur geniessen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Bernadette (Dienstag, 09 April 2019 09:36)

    Ich wünsche dir eine wohltuende SUP-Sommer-Saison, lieber Alain - und freue mich über mehr Föteli ;-)

  • #2

    Alain (Dienstag, 09 April 2019 09:39)

    Danke Bernadette - wird es im Verlaufe des Sommers bestimmt geben! :-)