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INTERVALLFASTEN ODER WENN DER KÖRPER DAMIT BEGINNT, ABFALLPRODUKTE SELBER ZU VERZEHREN

Der Begriff des Intervallfastens oder intermittierendes Fasten ist in aller Munde, praktisch jeder hat schon mal was davon gehört oder kennt jemanden, der dies praktiziert. Da es aber sehr viele verschiedene Anwendungsbereiche gibt und auch dementsprechende Methoden oder Ansichten, kann das Thema sehr komplex sein. In folgendem Blogbeitrag berichtet Nadine Lehmann aus dem Alain Yves Gozzer-Coaching-Partnernetzwerk über Fakten und ihre persönlichen Erfahrungen sowie Empfehlungen.

 

Was ist intermittierendes Fasten?

Intermittierend bedeutet „unterbrechend“, heißt: Man unterbricht seinen Mahlzeiten-Rhythmus und verzichtet für einige Zeit auf Nahrung, um den Prozess der Autophagie einzuläuten. Den Begriff Autophagie oder Autophagozytose verdanken wir dem japanischen Wissenschaftler Yoshinori Ōsumi, dem für seine Entdeckungen auf diesem Gebiet 2016 der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin zuerkannt worden ist. Die Begriffe sind Altgriechisch und bedeuten übersetzt „sich selbst verzehrend“ und sie bezeichnen den Prozess in unseren Zellen, mit dem sie eigene Bestandteile abbauen und verwerten. Das reicht von fehlgefalteten Proteinen bis zu ganzen Zellorganellen. Der Körper räumt somit mit allem auf, was er als Abfallprodukte identifiziert.

 

Die Fastenphasen dauern mehrere Stunden bis hin zu ein oder zwei Tagen, wobei der Körper nach etwa drei Tagen auf Sparmodus umschaltet und der Effekt der Autophagie, resp. der Verbrennung beendet wird. Empfehlenswert sind mindestens 16 Stunden. Dann ist garantiert, dass alles verdaut und die Energiespeicher leer sind. Der Prozess der Autophagie beginnt in etwa so nach 13 bis 15 Stunden des Nichts-Essens, je nach Geschlecht und Veranlagung. Wer aber die Autophagie wirklich ankurbeln will, sollte das Ziel von mindestens 25 bis 36 Stunden der Essens-Unterbrechung vor Augen haben, damit der Prozess auf 150 bis 200% läuft und alles Wesentliche verbrannt, resp. verdaut wird, was aus dem Körper heraus soll. Durch intermittierendes Fasten kann man neben der Reinigung und Entgiftung seines Körpers auch gesund und effektiv abnehmen, wenn man es richtig macht. Oder aber auch ein bestimmtes Gewicht halten. Das Konzept sollte für längere Zeit beibehalten werden. Ansonsten fällt man leicht wieder in alte Ernährungsgewohnheiten zurück und allenfalls auch in sein Ausgangsgewicht.

 

Intervallfasten: Kein Problem für unseren Körper

Schon in der Steinzeit war der Körper auf Fastenphasen eingestellt – denn nicht zu jeder Zeit war gerade Nahrung verfügbar. Dementsprechend wurde geschlemmt, wann immer es möglich war, um Reserven für wohlmöglich folgende Hungerzeiten anzulegen. Der Körper konnte sich dann während dieser Zeit Energie aus diesen Reserven ziehen. Dieser Mechanismus ist bis heute erhalten geblieben, weshalb Intervallfasten für den Körper kein Problem ist, ja sogar seiner ureigenen Ernährung angepasst ist. Ganz im Gegensatz zur heutigen andauernden Essens-Verfügung von teilweise sehr fragwürdigen Lebensmitteln.

 

Wieso kann man durch Intervallfasten abnehmen?

Zur Energiegewinnung wandelt der Körper immer erst Kohlenhydrate in Energie um, weil die Umwandlung von Fetten aufwendiger ist. Erst wenn nach etwa zwölf Stunden die Kohlenhydratspeicher leer sind, wird die Fettverbrennung in Gang gesetzt. Wird 16 Stunden pro Tag gefastet, wird das Fett also bereits verwertet und man nimmt ab.  

 

Die Varianten beim Fasten

Es gibt verschiedene Formen des Intervallfastens. In unseren Breitengraden ist vor allem die 16:8-Methode beliebt, jedoch kann jeder individuell entscheiden, welche Variante am besten in das eigene Leben passt. Generell gilt: Während der Fastenzeit ist nur Wasser, Tee und Kaffee erlaubt, alles natürlich ohne Zucker oder gar Süssstoffe, also gar nichts, was den Insulinspiegel erhöhen könnte. Folgende Formen beim Intervallfasten gibt es:

 

16:8

Perfekt für Einsteiger und die, die das Fasten in den Alltag integrieren wollen: Die Fastenphase beträgt hier 16 Stunden, während 8 Stunden darf gegessen werden. Wer gerne abends isst, lässt einfach das Frühstück ausfallen und isst bis abends über einen Zeitraum von acht Stunden ganz normal. Wer dagegen ohne Frühstück nicht in die Gänge kommt, nimmt dieses einfach etwas später als gewohnt am frühen Vormittag ein. Man könnte also um 11 Uhr frühstücken und sollte dann bis 19 Uhr die letzte Mahlzeit gegessen haben. Das Konzept ist sehr flexibel, da sich die Essenszeiten gut individuell verschieben lassen. Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass sich diese Variante für effektives Abnehmen leider als am wenig effektivsten zeigt.

 

36:12 oder 10in2

Bei diesem Prinzip isst man einen Tag lang normal. Über Nacht und den nächsten Tag gibt es kein Essen und das Fasten wird mit dem Frühstück am übernächsten Tag wieder gebrochen. Heisst also ein Tag essen, ein Tag nicht essen. Eine gewisse Disziplin ist für diese Variante Pflicht – nur wer kein Problem damit hat, mal ganz aufs Essen zu verzichten, kann das lange durchhalten. Dafür ist sie mit Sicherheit die effektivste aller Varianten.

 

20:4 oder Warrior

Hier wird nur an vier Stunden am Tag gegessen. Nur für kurze Zeit empfehlenswert und nichts für Einsteiger, da das Konzept ähnlich wie die 36:12 Methode nur schwer durchhaltbar ist. Viele der 10in2 wechseln flexibel zu dieser Variante, wenn sie an einem Tag feststellen, dass der 0er aus irgendwelchen Gründen nicht bis zum nächsten Morgen durchziehbar erscheint oder z. B. eine wichtige Einladung zum Abendessen nicht ausgeschlagen werden kann.

 

5:2

An fünf Tagen pro Woche darf bei der 5:2-Diät nach Lust und Laune gegessen werden, Kalorien werden nicht gezählt. Die restlichen zwei Tage der Woche wird gefastet. Perfekt für diejenigen, die langsam ein wenig abnehmen und/oder die Verdauung etwas entlasten wollen. Das flexible Prinzip eignet sich für jeden, der damit zurechtkommt, mal ganz auf Nahrung zu verzichten. 

 

Darf ich abseits der Fastenzeit essen, was ich will?

Grundsätzlich kann man in der Zeit, in der nicht gefastet wird, essen, was man möchte. Allerdings wird die Abnahme natürlich höher sein, wenn man auf fettige Mahlzeiten mit vielen Kalorien eher verzichtet und stattdessen auf gesunde Kost setzt, die vor allem aus gesunden Kohlenhydraten (z. B. in Vollkornprodukten), viel Fisch und magerem Fleisch sowie Früchte und Gemüse bestehen sollte. Generell ist es wichtig, auf genug Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe zu achten und tendenziell mehr Eiweiß als Kohlenhydrate verzehren. Das zügelt auch den Appetit und beugt Heißhunger vor.

 

Persönliches oder die Frage, warum sollte ich mir das Ganze antun? ;)

Nachdem wir nun über den Großteil der bestehenden Fakten und der möglichen Varianten des Intervall-Fastens Bescheid wissen, hier noch eine eigene persönliche Erfahrung mit dem Nicht-Essen. Jeder, der sich entschliesst, seinem Körper in irgend einer Form das Essen zu verwehren nachdem dieser (manchmal vehement) verlangt, hat natürlich seine eigenen persönlichen Gründe dafür, wobei die zwei Hauptsächlichen praktisch immer Reinigung/Entgiftung und/oder Abnehmen lauten werden.

 

In meinem Fall waren das diese zwei Hauptgründe zusammen. Nach einer schwerwiegenden körperlicher Erkrankung, wollte ich meinem Körper eine richtige und vor allem nachhaltige Entgiftung gönnen, welche ich auch über längere Zeit beibehalten konnte. Zum anderen war ich alterstechnisch mittlerweile in der Mitte zu den 50ern angekommen und habe deutlich gespürt, dass sich langsam das eine oder das andere Kilo zu viel angesammelt hatte, zumal der früher relativ intensiv ausgeführte Ausdauersport aufgrund von anhaltenden Rückenschmerzen nicht mehr so ausgeführt werden konnte, wie das früher einmal der Fall gewesen ist. Demnach wollte ich da frühzeitig einen Riegel schieben, vor allem weil ich eine Geniesserin von gutem Essen bin. Aus gerade diesem Grund ist das Intervallfasten perfekt für mich, denn nach einem Tag ohne essen, darf und kann ich auch mal mit gutem Gewissen all die tollen Dinge essen, die vielleicht nicht immer die energieärmsten sind… :-)

 

Ich habe Bücher gelesen und mich mit den gängigen Experten auf diesem Gebiet auseinandergesetzt wie zum Beispiel Frank Madeo, den ich sehr schätze und der als Biochemiker das Intervallfasten von wissenschaftlicher Seite her angeht und die Auswirkungen von Spermidin im Körper erforscht. Was zu Beginn nur ein Auftrag zur Untersuchung im Labor gewesen ist, hat er sich dann selber zu seinem Alltag gemacht. Er erwähnte einmal in einem Interview, dass er ja schon ganz schön blöd wäre, wenn nur seine Mäuse und Fliegen, die nur mit Intervall-Unterbrechung Nahrung erhalten würden, länger leben und dabei deutlich fitter seien und er weiterhin bei seinen alten Essgewohnheiten bleiben würde.

 

Solche Aussagen haben mich vor Beginn des Intervallfastens überzeugt, zumindest bis zu dem Moment, als ich realisiert habe, dass ich dann wirklich einen ganzen Tag überhaupt nichts essen darf… Zuerst dachte ich  noch, dass die Mitmenschen, die das durchstehen, schon etwas verrückt seien. Das würde ich doch den ganzen Tag bis zu 36h nie im Leben durchhalten, schwach noch die verblassten Erinnerungen an ein oder zwei Heilfastenwochen im Hinterkopf… und das sollte ich von nun alle zwei Tage machen?! Das erschien mir zu Beginn unmöglich.

 

Doch es ging, manchmal mit der Hilfe und der moralischen Unterstützung meiner FB- Fastengruppe, die immer für mich da war, auch bei ganz simplen und neuen Problemen für mich, wie z. B. das unglaublich unangenehme Frieren an essfreien Tagen, vor allem im Winter. Ebenso war ich gezwungen nach Lösungen zu suchen, wenn ich in den Nächten nach einem 0er soviel Energie hatte, um einen ganzen Marathon zu laufen und daher schlaflos in meinem Bett lag und dachte, dass es das ja auch nicht wirklich sein konnte.

 

Egal, die Vorteile überwiegen deutlich, unerwarteterweise sogar die Finanziellen. Wer weniger isst, braucht deutlich weniger Geld. Nach 2 bis 3 Monaten des strikten Durchziehens mit der 10in2-Variante und insgesamt konstant 4 Kilo leichter, bin ich nun seit fast einem Jahr bei einer sehr flexiblen Anwendung der verschiedenen Möglichkeiten angelangt, mache aber meist immer noch mindestens 1 bis 2 Tage pro Woche die 0er-Variante. Und das Schöne daran ist, sie lassen sich wunderbar dem Leben anpassen, wenn man eine gewisse Routine damit gefunden hat. Ich starte oft nur mit Tee in den Tag und merke dann meistens so gegen 10 Uhr, ob es heute relativ einfach wird, einen Nuller durchzuhalten, oder ob an diesem Tag gar nichts geht und man einfach essen muss, um gut über Tag zu kommen. Insgesamt würde ich sagen, dass ich die Erfahrung des Intervallfastens nicht missen wollte. Der Wert des Essens schätze ich zudem um ein vielfaches mehr. Nach 40 Stunden der Abstinenz schmeckt das Essen unglaublich viel besser, einfach unbeschreiblich!

 

Falls nun jemand Lust zum Nicht-Essen und den Vorteilen von Essens-Abstinenz bekommen hat, untenstehend abschliessend gerne ein paar lesens- oder sehenswerte Medienberichte. Probiere es aus, wenn Du magst, es gibt nichts zu verlieren… ausser Gewicht und Zellstoff-Abfall ;-)

 

Herzlichst,

 

Nadine Lehmann

 

Fasten-Experte Frank Madeo: Begrüsse den Hunger wie einen Freund (stern.de) 

 

Intervallfasten: Die besten Tipps von Eckart von Hirschhausen (stern.de)

 

Buch-Tipp: Der Jungzelleneffekt von Slaven Stekovic

 

Nadine Lehmann bringt 30 Jahre Erfahrung im medizinisch- therapeutischen Bereich mit und konnte in den vielen Jahren ihrer Tätigkeit feststellen, dass die rein schulmedizinische Behandlungsweise, welche hauptsächlich auf reiner Symptombekämpfung basiert, leider oft keine langfristige oder ursächliche Heilung mit sich bringt. Eine eigene somatische Erkrankung vor einigen Jahren brachte Nadine dazu zusätzlich auch noch moderne Energie-Behandlungsmethoden mit in ihr Mindset aufzunehmen. Sie ist zertifizierte Emotionscode-Therapeutin nach Bradley Nelson und arbeitet effizient mit seiner Bodycode-Methode. Eine Hypnose-Therapie-Ausbildung vor über 20 Jahren und neu auch die praktische Anwendung der geistigen Wirbelsäulenaufrichtung ergänzen das Repertoire ihrer Arbeit. Die Materie folgt dem Geist: es kann keine Heilung im Körper stattfinden, wenn wir zuvor keine Heilung im Geist und im Herzen herstellen. Nadine zeigt ihren Klienten Wege auf wie sie persönlich dahin kommen und dauerhaft einen höheren Bewusstseins-Zustand erreichen können und sie löst mit ihnen zusammen energetische Blockaden und Ursachen auf. Wer einmal dort angekommen und diese höhere Schwingung beibehalten kann, wird gesund werden und es auch auf Dauer bleiben. Das man dabei beiläufig auch noch vermehrt Glück und Lebensfreude empfinden darf, ist nur ein kleiner Teil der dieser Gesundheitszustand sonst noch mit sich bringt.

 

Nadine Lehmann referiert beim Symposium für Bewusstsein vom Samstag, 14. November 2020 zu folgendem Thema: Von der Quantenphysik zum Bewusstsein - Realität oder Utopie?

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